TG: Goldene Hochzeit

 

Es war endlich so weit. Endlich??? Meine Eltern hatten „Goldene Hochzeit“ – und das sollte groß gefeiert werden! Insgesamt wollten etwa Bekannte und Verwandte kommen. Dafür hatten sich meine Eltern auch etwas einfallen lassen: Sie meiteten für das Wochenende gleich ein ganzes Hotel! Die ersten Gäste wurden für Freitag erwartet, als Ende wurde das Abendessen am Sonntag auserkoren. Dabei gab es an diesem Wochenende keine „offizielle“ Schlafenszeit, sondern nur „Feierzeit“…

 

Wie gesagt, es kamen knapp 200 Gäste: Verwandte, Bekannte, Freunde… von Kiel bis Baden-Baden, von der Oder bis zum Rhein… Ich verbracxhte viel Zeit mit meiner Verwandtschaftaus Kiel, einige meiner Freundinnen, sogar mein Ex-Freund Markus war da. Ab und zu ging ich auch mit Freunden/Verwandten spazieren. Immer mit Markus im Gepäck bzw. Arm. Mit ihm verschwand ich auch einige Male alleine draußen…

Aber das passte einigen Leuten nicht! Mein Vater mochte ihn sowieso nicht „Sag mal, muß das sein??? Hier gibt es so viele Leute… und du hängst ständig mit diesem Markus rum…“ Von einigen Bekannten  und „Freundinnen“ durfte ich mir das gleiche anhören „Du und Markus… Läuft da wieder was???“ – „Wieso???“ – „Interessiert mich nun mal…“ Gibt es auf dieser Feier kein anderes Thema??? Die Mädels gifteten mich manchmal regelrecht an… Bin ich irgendwie im falschen Film??? Seit wann ist es denn verboten, mit dem Ex Zeit zu verbringen – zumal er in Bonn wohnt , also knapp 300 km weit weg von mir. Diese Entfernung war damals auch ein Trennungsgrund. Aber heißt „Trennung“ auch immer „Hass“??? Wir verstanden uns nach wie vor blendend!

 

Was aber kaum einer wußte: Wir gingen meist zusammen vor die Tür, quatschten dort noch einige Minuten und gingen dann getrennte Wege: Markus verschwand dann irgendwo im Hotelkomplex… Später wurde mir auch klar, wieso manche Mädels mich so angifteten: Markus war Single, wurde von den Mädels umgarnt und traf sich später mit ihnen auf einem Hotelzimmer. Die Mädels sahen ihn aber nur immer mit mir verschwinden, also war ich die Konkurrenz in ihren Augen. Untereinander konnten sie das Thema nicht groß diskutieren, denn manche waren verheiratet, hatten Kinder oder wollten damit einfach nicht hausieren gehen. Aber was machte ich während meiner Abwesenheit von der Feier??? Ich hatte ebenfalls meinen Spass! Mit einem Hotelangestellten, den ich schon ewig kannte. Aber ich konnte ja auf der Feier schlecht sagen „Ich geh mal eben in die Küche, mit meinem Schatzi `ne Runde knutschen, der arbeitet da nämlich…“ Aber beim Knutschen beließen wir es natürlich nicht… Wenn er eine Pause hatte, ließ er mir durch eine Bedienung eine Nachricht zukommen. Meist war es ein simples „Die Küche läßt fragen, ob Sie noch einen Wunsch haben?“ oder ich bekam einen Tee mit Eieruhr. Wenn diese schepperte, war nicht „Tea-Time“, sondern „Sex-Time“… Also alles andere als eine laaaaaaaaaaaaaaaangweilige „Goldene Hochzeit“ meiner Eltern…