Die Hochzeit

Maren, eine Kommilitonin von meiner Mitbewohnerin Isabel, wollte nun endlich ihren langjährigen Freund heiraten. Heute war es so weit. Nach der Trauung fuhren alle Hochzeitsgäste im Konvoi durch die Stadt – mit ungewissem Ziel. Etwa 20 Minuten später kamen wir im Restaurant an, wo die Feier stattfinden sollte. „Oh Gott! Hier arbeitet doch Alex….“ raune ich Isabel zu. „Ich weiß“ sagt sie grinsend.
Ihr müsst wissen, dass ich seit einer gewissen Zeit ein Auge auf Alex geworfen habe, wir aber nicht so ganz zueinander finden: Wir wissen einfach nicht wirklich, was wir wollen. Unsere gute Freundschaft für ein paar schöne gemeinsame Stunden auf’s Spiel setzen und zusammen ins Bett gehen?! Oder es bei der Freundschaft belassen?! Fakt ist, dass wir beide jedes Mal leiden, wenn wir uns sehen: Wir wollen am liebsten sofort miteinander ins Bett. Es ist unerträglich…

Kaum drüber gesprochen, taucht er auch schon auf. Konnte er etwa Gedanken lesen? Natürlich bin ich sofort auf ihn zugestürzt um ihn zu begrüßen, schließlich hatten wir uns eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen! Oder war es doch länger? 4 Wochen… 4 Wochen zu lange nicht gesehen… Somit mussten wir erstmal alle Neuigkeiten austauschen, die während dieser Zeit passiert sind. Das waren eine ganze Menge. Während unserem Gespräch haben wir alles um uns herum vergessen. Hochzeit. Freunde. Alle Sorgen. Es gab nur noch uns. Wir merkten es gar nicht, aber während unserem Gespräch hatten wir ständig Körperkontakt, konnten nicht ohne den anderen. Irgendwann wurden wir zum Tanzen genötigt. Vom Brautpaar. Da konnten wir ja schlecht ablehnen. Plötzlich schrie die Braut „Partnerwechsel!“ und schupps hatte ich meinen Alex im Arm. Doch jetzt machte es „Klack-Klack“. Was war das? Noch bevor wir uns wehren konnten, hat uns wer mit Handschellen aneinander gekettet. Isabel und die Braut standen hinter uns: „So, meine Lieben! Das ist die Strafe! Diese Handschellen kommen erst wieder ab, wenn ihr wirklich wisst, was ihr wollt! Wir wünschen euch noch viel Spaß auf der Hochzeit…“ So vergnügten wir uns noch einige Stunden auf der Feier. Die Toilettengänge verliefen zwar etwas blöde, aber trotzdem hatten wir den Abend noch viel Spaß.

Aber irgendwann wollten wir ja auch mal ins Bett… Auch daran hatten unsere Fesselkünstler gedacht: Sie quartierten uns in einem Hotelzimmer ein. Alex’s Chefin steckte ihm noch ein paar Kondome zu und flüsterte mir ein „Die Schlüssel sind im Nachttisch“ ins Ohr und so wurden wir in unser Zimmer verbannt…

(NS; 15.11.2005)