Der Engel

Heute ist Freitag. Es steht mal wieder ein langweiliges Wochenende vor der Tür. Also überlegt Frau, wie sie das Wochenende halbwegs sinnvoll verbringen kann. Während ich so vor mich hingrübele, klingelt das Telefon. Daniela war am anderen Ende der Leitung: ob ich nicht Lust hätte, übers Wochenende mit auf eine Messe zu kommen. Ich bräuchte auch nicht viel Gepäck, sollte aber unbedingt einen hübschen Bademantel mitnehmen. „Wieso denn das???“ wollte ich sie noch fragen, aber da hatte sie schon aufgelegt. Was es für eine Messe ist, hat sie ja auch nicht gesagt… komisch… Aber morgen sollte ich es ja erfahren!

Am nächsten Morgen hielt pünktlich das Auto an der Strasse. Außer Daniela saßen noch Nora und Björn mit im Auto sowie ein weiteres männliches Wesen am Steuer. Auf der Fahrt zur Messe stellte sich heraus, dass es sich um den sagenumwobenen „Engel“ handelte, von dem ich bisher nur gehört hatte. Ich war etwas irritiert. So hatte ich ihn mir gar nicht vorgestellt… Aber auch ich kann mich ja mal irren…

Nach gar nicht allzu langer Fahrt hielten wir vor einem Hotel. Daniela hatte 2 nebeneinander liegende Zimmer für uns bestellt: ein Doppelzimmer und ein Drei-Bett-Zimmer. Die Mädels ein Zimmer, die Jungs das andere. Noch während wir unsere Sachen auspackten, hatte Daniela die Idee, vor der Messe noch fix in die Sauna zu wollen. Also raus aus den Klamotten und rein in den Bademantel. Dann machten wir uns auf den Weg zum Foyer. Foyer??? Wo wollte Daniela mit uns hin??? Die Sauna lag doch ganz wo anders… Der Portier erklärte uns, dass wir in das Nachbargebäude gehen sollten.

Dort wurden wir von einem netten Herrn mit Smoking begrüßt. Er gab jedem von uns einen kleinen Schlüssel mit den Worten „Wenn etwas fehlt sagen Sie es uns bitte, wir werden es umgehend besorgen.“ Daniela, Nora und Björn lächelten schelmisch. Der Engel und ich schauten uns etwas verdutzt an. Aber eh wir die drei fragen konnten, waren sie auch schon verschwunden.
Also blieb uns erstmal nichts anderes übrig, als die Tür vor uns zu öffnen und den nächsten Raum zu betreten. Nun standen wir in einem dunklen Flur, der nur von einigen Fackeln in kleinen Nischen dezent erleuchtet war. Wir sahen einige weitere Türen. Doch welche war die richtige? Hinter welcher Tür hielten sich unsere drei Freunde auf? Also mussten wir jeden Raum aufsuchen um dieses herauszufinden.
Die erste Tür verbarg das Schwimmbad mit ein paar dutzend Leuten darin. Völlig unbekleidet schwammen sie im Wasser oder tummelten sich auf den Liegen. Anscheinend waren wir die einzigen, die noch den Bademantel anhatten. Eine hübsche Blondine kam auf uns zu, natürlich nackt. „Hallo! Ich bin Sonja“ sagte sie und gab uns die Hand „Schätzungsweise seid ihr das erste Mal hier bei uns?“ – „Ja“ stammelten wir. „Macht nichts. Wenn ihr möchtet, führe ich euch etwas herum und zeige euch alles.“ Und so marschierten wir davon. An einem freien Tisch ließen wir uns nieder und Sonja erklärte und einiges über die „Messe“. In diesem Gebäude gibt es im Erdgeschoss 3 wesentliche Zimmer: das Schwimmbad, die „Ausstellung“ und den Umkleidebereich mit den (gefüllten) Schließfächern. Im Obergeschoss sind noch einige Spielzimmer und der Durchgang zum Hotel untergebracht. Da wir uns den Umkleidebereich vorstellen konnten und mit der Zeit immer neugieriger wurden, sollte uns Sonja zuerst die „Ausstellung“ zeigen, die zwei Türen weiter lag.

„Willkommen in der Ausstellung! Und viel Spaß beim Ausprobieren!“ mit diesen Worten öffnete sie uns die gewünschte Tür. „Donnerwetter!“ überkam es mich. Hier waren es schon wesentlich mehr Leute als im Schwimmbad. Aus gutem Grund: die hier aufgebauten Stände stellten jedes erdenkliche Sexspielzeug vor! Und nicht nur das! Jeder konnte alles ausprobieren. Die Spielzeuge waren nicht nach Herstellern sortiert, sondern nach Themen. So fand jeder ganz schnell seine Lieblinge und hatte genug Zeit zum Ausprobieren – direkt am Stand, in einer stillen Ecke oder oben in den Spielzimmern. Es blieb wirklich kein Wunsch unerfüllt! Reizwäsche für sie und ihn, Vibratoren, Dildos, Penisringe, Kondome, Filme, Peitschen, Fesseln und noch viele schöne Dinge mehr! Das Sex-Spielzeugparadies auf Erden! Abgerundet wurde das ganze durch stündliche Vorführungen einiger Toys auf der kleinen Bühne.
Noch während wir uns alles ansahen und in die Hand nahmen, bereute ich meine Schlamperei: heute Morgen hatte ich einfach keine Lust zum Rasieren gehabt. Und nun? So viele süße Männer und fast noch mehr Möglichkeiten zum Ausprobieren… Noch während ich mich still ärgerte, flüsterte mir Sonja zu „Guck nicht so grimmig! Genieße alles! … und wenn du was vergessen haben solltest, dann wirf einfach einen Blick in dein Schließfach im Umkleidebereich.“ Konnte Sonja etwa Gedanken lesen? „Ja, hab ich in der Tat“ gab ich leise zu. „Na dann kommt mal mit, ihr zwei Süßen!“ und lotste uns in den Umkleidebereich. Dort zeigte sie uns die Schließfächer. Auch diese waren reichhaltig gefüllt: Nassrasierer mit Rasierschaum, Lotion, Kondome, Gleitmittel und Duschutensilien um nur etwas zu nennen.
Das Wochenende konnte also beginnen!